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Wie viel Chromlack brauche ich? So berechnen Sie die Dosen für Ihr Projekt

Wie viel Chromlack brauche ich? Diese Frage stellt sich meistens erst, wenn mitten im zweiten Gang die Dose spuckt. Dabei lässt sich der Bedarf vorher grob berechnen. Wichtig ist nur, nicht allein an die Chromdose zu denken: Grundierung, glänzend schwarzer Basislack und Klarlack verbrauchen oft mehr als der Chromlack selbst. Hier finden Sie eine einfache Faustformel, Richtwerte für typische Projekte und Tipps, wie Sie weniger Lack in die Luft sprühen.

Kurz gesagt

  • Auf der Dose steht die Ergiebigkeit, bei 400 ml meist um 1 bis 2 m² je Schicht.
  • Bei filigranen Teilen gehen 30 bis 50 % als Sprühnebel daneben. Rechnen Sie das ein.
  • Jede Schicht zählt einzeln: Grundierung, Basislack, Chrom, Klarlack.
  • Für große Flächen eine Reservedose aus derselben Charge kaufen.
Rechenweg für den Dosenbedarf: Fläche mal Schichten, geteilt durch die Ergiebigkeit laut Dose, mal Verlustfaktor für Sprühnebel, getrennt für Basislack, Chromlack und Klarlack
Rechnen Sie jede Lackschicht einzeln. Bei filigranen Teilen geht ein großer Teil als Sprühnebel daneben.

Wie viel Chromlack brauche ich? Die Faustformel

Der Rechenweg ist für jede Lackschicht gleich:

Fläche in m² × Anzahl der Gänge ÷ Ergiebigkeit pro Dose × Verlustfaktor = Dosen

  • Fläche: Grob ausmessen. Bei runden Teilen den Umfang mal die Höhe nehmen, bei Felgen die Ansichtsfläche plus etwa die Hälfte für Speichenflanken.
  • Gänge: Basislack meist zwei bis drei, Chromlack zwei bis vier hauchdünne, Klarlack zwei bis drei. Die genauen Werte stehen auf der Dose und im Artikel Chromlack Auftragsmenge.
  • Ergiebigkeit: Steht auf der Dosenrückseite, meist in m² je Dose für eine Schicht.
  • Verlustfaktor: Für große, glatte Flächen etwa 1,3. Für Gitter, Speichen und kleine Teile eher 1,5 bis 2.

Das Ergebnis immer aufrunden. Eine halbe Dose Rest ist besser als ein Ansatz mitten auf der Fläche.

Richtwerte für typische Projekte

Die Werte sind grobe Schätzungen für 400-ml-Dosen. Ihre Dose kann davon abweichen.

ProjektGrundierungSchwarzer BasislackChromlackKlarlack
Vase, Bilderrahmen, Lampenfuß1111 oder keine
Zwei Spiegelkappen1111
Embleme und Zierleisten am Auto1111
Kühlergrill11 bis 211 bis 2
Vier Felgen 16 bis 18 Zoll1 bis 2222
Motorradtank11 bis 211 bis 2
Modellbau, mehrere KleinteileKleine Dosen oder Airbrush, eine Dose reicht oft für viele Modelle

Wie viel Chromlack brauche ich also für einen Felgensatz? Meist zwei Dosen Chrom, aber insgesamt sieben bis acht Dosen für den ganzen Aufbau. Genau das unterschätzen viele beim Einkauf. Mehr zum Felgenprojekt steht im Artikel Chromlack auf Leichtmetallfelgen.

Warum der Verbrauch oft höher ist als gedacht

  • Sprühnebel. Bei Gittern, Speichen und kleinen Teilen landet ein großer Teil neben dem Werkstück.
  • Testsprühen. Pappe, Probeblech und das Freisprühen der Düse kosten jedes Mal etwas.
  • Kalte Dose. Bei Kälte sinkt der Druck, die Dose sprüht grob und wird schneller leer, bevor alles gleichmäßig deckt.
  • Nachbesserung. Ein Staubeinschluss oder Läufer im Basislack heißt schleifen und nachlackieren.
  • Restmenge. Die letzten Milliliter kommen oft nur noch stotternd heraus.

So sparen Sie Lack, ohne am Ergebnis zu sparen

  1. Dose temperieren. Raumtemperatur um 20 °C, nie über 50 °C erwärmen. Hinweise dazu im Artikel richtige Temperatur beim Lackieren.
  2. Richtiger Abstand. Zu weit weg erzeugt viel Sprühnebel, zu nah gibt Läufer. Meist 25 bis 30 cm.
  3. Teile sinnvoll aufhängen. Mehrere Kleinteile nebeneinander, damit der Sprühstrahl nicht ins Leere geht.
  4. Bahn über das Teil hinaus. Starten und stoppen Sie neben dem Teil, aber nicht meterweit daneben.
  5. Ventil nach dem Sprühen freiblasen. Dose auf den Kopf, kurz sprühen, bis nur Gas kommt. So bleibt die Restmenge nutzbar.

Typische Fehler beim Einkauf

  • Nur Chromlack kaufen und den Basislack vergessen.
  • Klarlack nicht einplanen, obwohl das Teil draußen hängt oder angefasst wird.
  • Dosen aus verschiedenen Chargen mischen. Der Ton kann leicht abweichen.
  • Auf den letzten Rest einer alten Dose setzen. Ältere Dosen sprühen oft ungleichmäßig.

Sicherheit und Reste

Mehr Dosen heißt auch mehr Sprühzeit. Tragen Sie eine Halbmaske mit A2P3-Filter und Nitrilhandschuhe, lüften Sie gut und halten Sie Kinder und Haustiere fern. Lagern Sie Vorräte kühl, trocken und unter 50 °C. Leere Dosen gehören je nach Gemeinde in die Wertstoffsammlung, Dosen mit Restinhalt zur Schadstoffsammlung. Einzelheiten stehen im Artikel Lackreste entsorgen.

Einkaufsliste für ein mittleres Projekt

  • Grundierung oder Haftvermittler, 1 Dose
  • Glänzend schwarzen Basislack, 1 bis 2 Dosen
  • Chromlack, 1 bis 2 Dosen zu je etwa 10 bis 30 €
  • Für Effektlack freigegebenen Klarlack, 1 bis 2 Dosen
  • Schleifpapier, Silikonentferner, Abdeckband, Pappe zum Testen
  • Halbmaske mit A2P3-Filter, Nitrilhandschuhe

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Häufige Fragen

Rund um die Frage, wie viel Chromlack Sie brauchen, kommen diese Punkte oft.

Warum reicht eine Dose Chromlack oft länger als eine Dose Basislack?

Chromlack wird in hauchdünnen Gängen aufgetragen. Der schwarze Basislack muss dagegen gleichmäßig decken und glatt verlaufen, dafür braucht es mehr Material. Bei vielen Projekten ist deshalb die Basislackdose zuerst leer.

Kann ich eine angebrochene Chromlackdose später weiterverwenden?

Ja, wenn Sie nach dem Sprühen die Dose kurz auf den Kopf drehen und sprühen, bis nur noch Gas kommt. So bleibt das Ventil frei. Gelagert wird kühl und unter 50 °C. Vor der nächsten Verwendung lange schütteln und auf Pappe testen.

Lohnt sich eine Reservedose?

Bei Felgen, Tanks und anderen großen Flächen ja. Geht die Dose mitten im Gang leer, entsteht ein sichtbarer Ansatz. Kaufen Sie die Reserve aus derselben Charge, weil der Farbton zwischen Chargen leicht abweichen kann.

Spare ich Lack mit der Spritzpistole?

Bei großen Flächen meist ja, weil Sie Druck und Menge fein einstellen können. Für Einsteiger und Kleinteile bleibt die Spraydose einfacher. Einen Vergleich bietet der Artikel Kompressor oder Spraydose.