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Schleifkörnung für Chromlack und andere Lacke: P80 bis P2000 erklärtWer zum ersten Mal lackiert, greift oft zum falschen Schleifpapier. Bei normalem Decklack fällt das manchmal noch glimpflich aus. Bei Chromlack-Effektsprays nicht: Die hochreflektierende Schicht verstärkt jeden Kratzer im Untergrund, anstatt ihn zu verdecken. Dieser Artikel zeigt, welche Körnung zum Lackieren wann sinnvoll ist, warum der Untergrund für Chromlack-Effektsprays besonders glatt sein muss und welche Fehler das Ergebnis tatsächlich ruinieren.
Welche Körnung zum Lackieren: die P-Nummer erklärtDas "P" vor der Zahl steht für das europäische FEPA-System und beschreibt die Korngrößenverteilung des Schleifmittels. Je höher die P-Zahl, desto mehr Körner sitzen pro Quadratzentimeter auf dem Papier und desto kleiner sind sie. P80 hat grobe, weit auseinanderstehende Körner, die schnell Material abtragen. P2000 hat so viele, so feine Körner, dass es die Oberfläche praktisch nur noch poliert. Beim Lackieren brauchst du in der Regel beide Extreme und alles dazwischen, aber immer in der richtigen Reihenfolge. Wer Stufen überspringt oder die Reihenfolge umkehrt, bekommt das beim Auftragen des Lacks zu sehen. Schleifkörnung im Überblick: Welche Körnung zum Lackieren passtDie folgende Tabelle zeigt die gebräuchlichsten Körnungsbereiche beim Lackieren. In der Praxis beginnen die meisten Projekte bei P180 oder P240 und enden vor dem Polieren bei P1500 oder P2000.
Warum Chromlack-Effektspray besondere Anforderungen stelltBei normalem Einfarbenlack landet ein Kratzer im Untergrund unter einer opaken, undurchsichtigen Schicht und bleibt unsichtbar. Chromlack-Effektspray funktioniert anders: Die Wirkung entsteht durch einen hauchdünnen, semitransparenten Metallglanzfilm mit hoher Reflexion, der auf der Oberfläche liegt statt sie zu bedecken. Dieser Film wirkt wie ein Spiegel: Er vergrößert Unebenheiten optisch, weil Licht an schrägen Flächen anders reflektiert als an ebenen. Ein P240-Kratzer, der nach dem Anschleifen der Grundierung kaum zu sehen ist, tritt nach dem Auftragen des Chromlacks als heller Streifen hervor. Derselbe Effekt zeigt sich bei Poren im Spachtel, rauen Übergängen oder einer zu wenig angeschliffenen Stelle an einer Kante. Konkret bedeutet das: Die Grundierung muss mit mindestens P400, besser P600 nass angeschliffen werden, bevor ein Chromlack-Effektspray aufgetragen wird. Wer nach dem Auftrag einen Fehler mit P1000 oder P1200 nacharbeiten muss, tut das immer nass und mit sehr wenig Druck, weil die Effektschicht deutlich empfindlicher ist als ein normaler Klarlack über Chromlack. Schon ein leicht zu hoher Druck trägt die Schicht ungleichmäßig ab und erzeugt matte Flecken. Schleifablauf für eine ChromlackierungWer eine Chromlackierung Schritt für Schritt durchführt, folgt diesem Ablauf für saubere Ergebnisse.
Nassschliff oder Trockenschliff?Die Wahl zwischen nass und trocken hängt vom Material und der Körnung ab, nicht von persönlicher Vorliebe. Trockenschliff ist die richtige Wahl für Spachtel, weil dieser Wasser aufnimmt, aufquillt und beim Trocknen nicht mehr vollständig in die ursprüngliche Form zurückgeht. Auch grobe Körnung von P80 bis P240 wird meist trocken eingesetzt, weil die groben Körner ohnehin schnell stumpf werden und Wasser keinen messbaren Vorteil bringt. Wer den Spachtel richtig vorbereitet, legt damit den entscheidenden Grundstein für ein gleichmäßiges Ergebnis. Ab P400 empfiehlt sich Nassschliff mit feiner Körnung. Das Wasser kühlt die Oberfläche, schwemmt den Schleifstaub kontinuierlich weg und sorgt dafür, dass das Papier gleichmäßiger und deutlich länger schneidet, weil es sich nicht zusetzt. Das Ergebnis ist feiner und gleichmäßiger als beim Trockenschliff mit derselben Körnung. Beim Chromlack-Effektspray ist Nassschliff nach dem Auftrag keine Option, sondern Pflicht: Trockenes Schleifen erzeugt durch Reibung zu viel Wärme und zerstört die empfindliche Effektschicht fleckenweise. Typische Fehler beim Schleifen vor dem ChromlackDie meisten misslungenen Chromlack-Ergebnisse haben eine von wenigen Ursachen. Die folgende Liste zeigt die häufigsten Fehler und was sie im Ergebnis konkret anrichten.
Was beim Kauf von Schleifpapier für Chromlack-Projekte zähltSchleifpapier unterscheidet sich in Trägermaterial, Korngröße und Bindung. Für Lackierarbeiten und besonders für Chromlack-Effektsprays sind einige Punkte direkt relevant für das Ergebnis.
Ein gut vorbereiteter Untergrund mit P600 belohnt sich beim Auftrag des Chromlacks direkt: Die Reflexion ist gleichmäßig, es entstehen keine hellen Streifen durch einzelne Kratzer und der Polieraufwand danach ist deutlich geringer. Wer anschließend noch eine Lackversiegelung aufträgt, schützt das Ergebnis langfristig vor Witterung und Abrieb. Wer diesen Schritt überspringt oder verkürzt, spart an der falschen Stelle. Häufige FragenEinsteiger stellen beim Thema Schleifkörnung vor allem diese Fragen. Was passiert, wenn ich beim Schleifen eine Körnungsstufe überspringe?Die tieferen Kratzer der gröberen Körnung bleiben erhalten, weil die feinere Körnung nicht tief genug schneidet, um sie vollständig zu entfernen. Beim Übergang von P240 direkt auf P600 fehlt die entscheidende Zwischenstufe P320 bis P400. Das merkst du erst nach dem Lackieren, wenn der Glanz die Riefen sichtbar macht. Bei Chromlack-Effektspray ist das besonders kritisch, weil die reflektierende Schicht diese Fehler stärker hervorhebt als ein normaler Decklack. Du müsstest dann den Lack abziehen, die fehlende Stufe nachholen und neu lackieren. Welche Körnung zum Lackieren brauche ich direkt vor dem Auftragen von Chromlack-Effektspray?Mindestens P400, besser P600 nass. Der Chrom-Effektfilm ist semitransparent und hochreflektierend, das bedeutet: Er verstärkt optisch jede Unebenheit im Untergrund. Eine Grundierung, die nur mit P240 angeschliffen wurde, liefert nach dem Chromlack deutlich sichtbare Schleifspuren im Glanzfilm. Mit P600 nassgeschliffen verschwinden diese Riefen so weit, dass die Reflexion gleichmäßig wirkt. Feiner als P600 ist für den Untergrund vor dem Auftrag nicht nötig, weil der Chromlack-Effektspray selbst eine gewisse Haftung auf der angeschliffenen Fläche braucht. Woran erkenne ich, dass Schleifpapier stumpf ist?Drei Zeichen sind zuverlässig: Der Abrieb lässt deutlich nach, obwohl der Druck gleich bleibt. Das Papier wird spürbar wärmer als zu Beginn, weil stumpfe Körner Reibung statt Abtrag erzeugen. Und das Papier gleitet über die Fläche, statt zu schneiden. Ein viertes Zeichen: Beim Nassschliff setzt sich das Papier schnell mit Lackstaub zu und lässt sich kaum noch auswaschen. In diesem Zustand richtet stumpfes Papier mehr Schaden an als ein frisches Blatt, weil die Reibungswärme den Lack aufrauen statt glätten kann. Ab welcher Körnung fange ich bei grundiertem Kunststoff an?Bei einem Kunststoffteil mit intakter, gleichmäßiger Grundierung und ohne grobe Schäden reicht P320 als Einstieg. Wer wissen möchte, welche Körnung zum Lackieren von Kunststoff auf der letzten Stufe nötig ist: P400 und P600 nassgeschliffen, bevor der Chromlack-Effektspray aufgetragen wird. Bei glattem Kunststoff ohne jede Grundierung zuerst mit P240 trocken anrauen, damit der neue Lack überhaupt haftet, dann mit P400 und P600 glätten. Für Rundungen und Wölbungen eignen sich flexible Schaumstoffklötze besser als harte Blöcke, weil harte Klötze auf gekrümmten Flächen nur an den Rändern schleifen und Hohlstellen aussparen. |
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