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Nassschliff beim Lackieren: Körnung, Technik und Chrom-EffektlackWer lackiert und zwischendurch nass schleifen lackieren will, braucht vor allem zwei Dinge: die richtige Körnung und eine saubere Technik. Nassschliff beseitigt Staubeinschlüsse, Läufer und Orangenhaut aus ausgehärtetem Lack, ohne Hitzestau oder unkontrollierte Kratzer zu erzeugen. Dieser Artikel erklärt, wann Nassschliff nötig ist, welche Körnung in welchem Schritt sinnvoll ist, und was bei Chrom-Effektlack anders läuft als bei normalem Decklack.
Nass schleifen lackieren vs. Trockenschliff: Der entscheidende UnterschiedBeide Methoden arbeiten Material ab, aber auf völlig verschiedene Weise und an verschiedenen Stellen im Lackaufbau. Wer sie verwechselt, riskiert durchgeschliffene Schichten oder Kratzer, die Polierpaste nicht mehr wegbekommt.
Wann ist Nassschliff beim Lackieren nötig?Nassschliff ist in drei Situationen sinnvoll, und es lohnt sich zu verstehen, warum genau. Erstens zwischen zwei Lackschichten: Jede Klarlackschicht baut eine leicht glänzende, geschlossene Oberfläche auf, auf der die nächste Schicht schlecht haftet. Nassschliff mit P1200 bis P1500 erzeugt die nötige Mikrorauigkeit, damit die folgende Schicht mechanisch greift. Zweitens nach dem letzten Klarlackauftrag: Staubkörner, winzige Läufer oder ein leichtes Griff an der Oberfläche lassen sich durch Nassschliff mit P2000 beseitigen, bevor Polierpaste den Rest übernimmt. Drittens zur Fehlerkorrektur: Läufer oder Orangenhaut im Chromlack lassen sich durch Nassschliff kontrolliert abtragen, ohne neue Kratzer zu erzeugen, die beim Polieren sichtbar bleiben. Bei kleinen Ausbesserungen, etwa einem einzelnen Kratzer, ist es nicht zwingend nötig, nass schleifen lackieren zu gehen. Wer aber ein spiegelglattes Ergebnis anstrebt oder Chrom-Effektlack aufträgt, führt Nassschliff nach jeder Zwischenschicht durch. Bei Staubeinschlüssen im Chromlack und Läufern im Chromlack ist er die einzige Methode, die nicht gleichzeitig neue Schäden verursacht. Nassschliff bei Chrom-Effektlack: Was wirklich anders istChrom-Effektlack ist keine normale Farbe. Die metallisch-silberne Schicht ist so dünn, dass schon ein einzelnes Staubkorn darunter als sichtbare Erhebung erscheint. Fehler im Untergrund versteckt der Chrom-Effektlack nicht, er hebt sie optisch hervor. Das hat eine klare Konsequenz: Am Chrom-Effektlack selbst wird nie geschliffen. Alle Schleifstufen finden am Vorlack statt, der direkt darunter liegt. Dieser Vorlack, in der Regel ein schwarzer oder weißer Hochglanz-Vorlack aus der Spraydose, muss vor dem Chrom-Effektlack-Auftrag mit P1500 bis P2000 nassgeschliffen werden. Das Ziel ist eine Oberfläche, die schräg gegen Licht gehalten gleichmäßig matt und ohne sichtbare Kratzer oder Wellen wirkt. Eine Faustregel: Wenn man mit dem Fingernagel keine Unebenheit mehr spürt, ist die Fläche bereit. Der Vorlack braucht eine sehr feine Rauigkeit, damit der Chrom-Effektlack gleichmäßig haftet und seinen metallischen Glanz entfaltet. Zu grobe Körnung, etwa P800, hinterlässt Schleifspuren, die durch die Chrom-Schicht hindurchscheinen. Zu feines Schleifen mit P4000 an dieser Stelle kann dazu führen, dass der Vorlack zu glatt wird und der Chrom-Effektlack ungleichmäßig aufliegt. Auf Kunststoffteilen kommt eine weitere Variable hinzu: Kunststoff erwärmt sich beim Schleifen schneller als Metall und kann sich unter zu starkem Druck leicht verformen. Auf Kunststoff daher eher P2000 statt P1200 für den Zwischenschliff verwenden und den Druck besonders leicht halten. Der Artikel zu typischen Problemen mit Chromlack auf Kunststoff zeigt, warum die Untergrundvorbereitung dort besonders wichtig ist. Welche Körnung für welchen Schritt beim Klarlack nassschleifen?Die Wahl der Körnung bestimmt, wie viel Material abgetragen wird und wie fein die Schleifspuren sind, die Polierpaste später beseitigen muss. Wer richtig nass schleifen lackieren will, wählt grobe Körnung für mehr Abtrag und feine Körnung für kleinere Kratzer. Eine vollständige Übersicht aller gebräuchlichen Schleifgrade bietet der Artikel zu den Schleifkörnungen für Chromlack von P80 bis P2000.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Nassschliff richtig ausführenDie folgende Reihenfolge gilt für den Nassschliff an Klarlack oder Vorlack. Wer einen Schritt überspringt, muss beim nächsten oft von vorn anfangen.
Typische Einsteigerfehler beim NassschliffDie meisten Fehler beim Nassschliff entstehen nicht durch falsches Wissen, sondern durch kleine Unachtsamkeiten, die sich erst beim Polieren zeigen.
Häufige FragenBeim ersten Nassschliff tauchen immer wieder die gleichen praktischen Fragen auf. Kann man Nassschliff ohne Poliermaschine machen?Ja. Nassschliff per Hand funktioniert genauso wie mit Maschine; der Unterschied liegt nur im Tempo. Auch das anschließende Polieren mit Polierpaste und Mikrofasertuch lässt sich per Hand ausführen. Auf kleinen Teilen ist Handarbeit oft sogar präziser, weil sich der Druck besser dosieren lässt. Eine Poliermaschine spart Zeit bei großen Flächen, ist aber keine Voraussetzung. Wie lange muss Lack trocknen, bevor ich nassschleife?Lack aus der Spraydose ist nach 30 bis 60 Minuten staubtrocken, für den Nassschliff braucht er jedoch 12 bis 24 Stunden bei Raumtemperatur. Die genaue Angabe steht im Produktdatenblatt unter "Schleiffestigkeit" oder "Überlackierbar". Wer zu früh schleift, merkt es sofort: Das Schleifpapier setzt sich mit gummiartigen Rückständen zu, und die Oberfläche wird schmierig statt mattiert. Muss ich nach dem Nassschliff am Vorlack erneut Vorlack auftragen?Nur wenn die Schicht durchgeschliffen wurde. Ist der Vorlack noch vollständig und gleichmäßig vorhanden, kann der Chrom-Effektlack direkt aufgetragen werden. Zur Kontrolle die Fläche schräg gegen Licht halten: Ist sie überall gleichmäßig matt ohne glänzende Stellen oder Farbwechsel, ist der Vorlack intakt. Glänzende Stellen bedeuten, dass dort zu wenig geschliffen wurde; ein Farbwechsel zeigt, dass die Schicht zu dünn oder durchgeschliffen ist. Warum darf man Chrom-Effektlack nicht selbst nassschleifen?Chrom-Effektlack besteht aus einer sehr dünnen Metallpigmentschicht, die beim Schleifen sofort aufgeraut oder abgetragen wird. Das zerstört den metallischen Glanz, und die Stelle lässt sich nicht durch Polieren retten. Der Chrom-Effektlack muss danach vollständig neu aufgetragen werden. Deshalb findet der gesamte Schliff am Vorlack darunter statt, und der Chrom-Effektlack wird nach dem Auftrag direkt mit Klarlack versiegelt. |
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