Chromlack-Spraydose.de Logo
 
 


Home
Chrom
Chromlack Spray
Chromlack Sprühdose
Chromlack Dose
Chromlack Felgen
Chromlack Felgenreparatur
Chromlackierung
Polierpaste
Lackversiegelung
Chrompolitur
Chromlack konservieren
Newsletter
Datenschutz
Impressum

Krater und Fischaugen im Chromlack vermeiden: Ursachen und Reparatur

Du sprühst Chrom-Effektlack auf ein Bauteil, wartest kurz und siehst dann kleine kreisrunde Vertiefungen in der Oberfläche. Dieses Fehlerbild kennen die meisten, die ernsthaft mit Chromlack in der Spraydose arbeiten. Fischaugen im Lack und Krater sind die häufigsten Störungen beim Chromlackieren und nahezu immer auf Verunreinigungen oder falsche Arbeitsbedingungen zurückzuführen, nie auf das Produkt allein.

Fischaugen und Krater im Chromlack auf einer Metalloberflaeche als typisches Lackierfehler-Beispiel

Was sind Fischaugen im Lack und Krater genau?

Beide Begriffe beschreiben verwandte Fehlerbilder, die unterschiedliche Ursachen haben und sich deshalb auch unterschiedlich beheben lassen.

Fischaugen im Lack entstehen, wenn der frische Chromlack auf eine Stelle trifft, deren Oberflächenspannung niedriger ist als die des Lacks selbst. Der Lack weicht ringförmig aus, in der Mitte bleibt ein kleiner Punkt sichtbar, außen bildet sich ein erhabener Ring. Das Ergebnis sieht tatsächlich aus wie ein Auge. Fischaugen im Lack sind typischerweise kleiner und zeigen sich oft flächig verteilt, wenn Silikon oder Öl großflächig vorhanden ist.

Krater sind tiefer. Sie entstehen, wenn sich Lösemitteldämpfe oder Feuchtigkeit unter der Lackschicht sammeln und beim Trocknen aufsteigen. Die Lackhaut reißt dabei auf und hinterlässt eine trichterförmige Vertiefung. Im schlimmsten Fall liegt der Untergrund frei. Bei Chrom-Effektlack fällt beides besonders stark auf, weil die spiegelnde Schicht jede Unebenheit sofort sichtbar macht.

Die häufigsten Ursachen im Überblick

Bevor du ein Problem lösen kannst, musst du dessen Ursache kennen. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Auslöser und was du jeweils dagegen tust.

Ursache Was passiert Gegenmaßnahme
Öl oder Fett auf dem Untergrund Fingerabdrücke, Trennmittel oder Maschinenöl stören die Haftung Mit 99-prozentigem Isopropanol oder silikonfreiem Felgenreiniger entfetten
Silikonrückstände Silikon aus Pflegemitteln oder früheren Lacken lässt sich nicht einfach überlackieren Vollständig abschleifen, dann mit silikonfreiem Reiniger behandeln
Feuchtigkeit auf der Fläche Tau, Schwitzwasser oder feuchte Hände hinterlassen einen Wasserfilm Bauteil bei mindestens 18 bis 20 Grad anwärmen und vollständig trocknen lassen
Öl in der Druckluft Kompressoren ohne Wasserabscheider blasen feine Öltröpfchen in den Lackstrahl Ölabscheider und Wasserfilter am Kompressor verwenden
Kontaminierte Düse Alte Lackreste mischen sich mit dem frischen Material Dose nach jedem Gebrauch umgekehrt leerspühen, Düse mit Aceton reinigen
Falscher Sprühabstand Zu groß: Lack trocknet in der Luft und landet als trockene Partikel. Zu klein: Lösemittel kann nicht entweichen, Kraterbildung Herstellerangabe auf der Dose beachten, meist 20 bis 30 cm; bei kleinen Teilen eher 15 cm
Temperaturunterschied zwischen Dose und Objekt Kalte Dose auf warmem Bauteil oder umgekehrt erzeugt Kondensation Dose und Bauteil mindestens eine Stunde im selben Raum akklimatisieren

Typische Einsteigerfehler beim Chromlack

Wer zum ersten Mal mit Chrom-Effektlack aus der Dose arbeitet, macht meist dieselben Fehler. Hier die häufigsten, damit du sie erkennst, bevor sie auftreten.

  • Fläche mit normalem Haushaltsreiniger abwischen: Viele Reiniger enthalten Tenside, die einen unsichtbaren Film hinterlassen. Für Chromlack brauchst du mindestens 70 bis 99 Prozent Isopropanol oder einen dedizierten silikonfreien Entfetter. 99-prozentiger Isopropanol ist in Apotheken oder Elektrofachhandel erhältlich und hinterlässt keine Rückstände.
  • Direkt nach dem Reinigen die Fläche anfassen: Ein einziger Fingerabdruck auf dem gereinigten Untergrund reicht für mehrere Fischaugen im Lack. Einweghandschuhe aus Nitril sind Pflicht.
  • Dose nicht ausreichend schütteln: Chrom-Effektlack enthält Aluminiumpigmente, die sich absetzen. Weniger als zwei Minuten Schütteln führt zu ungleichmäßiger Metallic-Optik und kann indirekt fishauge-ähnliche Muster erzeugen.
  • Zu dicke Schichten auftragen: Eine dicke, nasse Schicht lässt Lösemittel nicht schnell genug entweichen. Die Folge sind Krater, wenn die Haut oben bereits trocknet und das Lösemittel darunter noch flüchtig ist. Lieber zwei bis drei dünne Durchgänge.
  • Direkt auf vorhandene Politur oder Wachs lackieren: Gerade beim Motorrad oder Auto sitzen Wachsrückstände tief in der Oberfläche. Sie enthalten fast immer Silikon. Abkleben und Abwischen reicht nicht, vollständiges Abschleifen ist notwendig.
  • Zu kleinen Abstand bei Modellbauteilen: Wer den üblichen Abstand von 25 cm auf ein fingerkuppengroßes Teil anwendet, trifft es kaum. Bei kleinen Modellen oder Figuren arbeitet man eher mit 12 bis 15 cm, aber in sehr kurzen, flüchtigen Stößen, damit keine Lachen entstehen.
  • Fish-Eye-Eliminator als Ausweg bei Silikonproblemen ignorieren: Wenn Silikon im Untergrund steckt und sich nicht vollständig entfernen lässt, gibt es Zusätze auf Silikonbasis, die dem Lack gezielt zugemischt werden (sogenannte Fish-Eye-Eliminator-Additive). Sie senken die Oberflächenspannung des Lacks, sodass er sich trotz Kontaminierung gleichmäßig ausbreitet. Das ist keine Dauerlösung, aber eine professionelle Notmaßnahme bei Chrom-Lackierungen auf kritischen Untergründen.

Schritt für Schritt: Fläche richtig vorbereiten

Die Vorbereitung ist bei Chromlack wichtiger als bei fast jedem anderen Lack, weil der Glanzgrad jeden Fehler sofort vergrößert sichtbar macht. Diese Reihenfolge hat sich bewährt.

  • Fläche zuerst mit einem fettlösenden Mittel reinigen: 99-prozentiger Isopropanol oder ein silikonfreier Entfetter richtig einsetzen aus dem Lackfachhandel wie etwa Presto Silikonentferner oder vergleichbare Produkte ohne Silikone sind geeignet. Mit sauberem Einwegtuch in einer Richtung wischen, nicht kreisen.
  • Vorhandene Schichten mit 400er bis 600er Schleifpapier abschleifen, Schleifstaub vollständig entfernen und die Fläche danach erneut gründlich entfetten.
  • Bauteil auf mindestens 18 Grad erwärmen und vollständig trocknen lassen. Bei feuchtem Wetter oder kalten Werkstätten mindestens 30 Minuten warten.
  • Ab diesem Punkt nur noch mit Nitrilhandschuhen anfassen.
  • Die Chromlack-Dose auf 20 bis 25 Grad anwärmen, zum Beispiel durch kurzes Einlegen in lauwarmes Wasser, und mindestens zwei Minuten kräftig schütteln.
  • Kurzen Teststrahl auf Pappe abgeben, um die Düse zu spülen und zu prüfen, ob der Sprühstrahl gleichmäßig ist.
  • In überlappenden Bahnen mit dem richtigen Spritzabstand von 20 bis 30 cm sprühen (bei kleinen Teilen 12 bis 15 cm), dünne Schichten aufbauen, zwischen den Durchgängen ca. 5 bis 10 Minuten ablüften lassen.

Reparatur: Was tun, wenn Krater oder Fischaugen im Lack bereits entstanden sind?

Fehler passieren, auch bei sorgfältiger Vorbereitung. Je früher du reagierst, desto weniger Aufwand kostet die Reparatur.

Lack noch nass (innerhalb der ersten 5 bis 10 Minuten): Wenn die Ursache kein Silikon ist, kann eine sofort aufgebrachte, dünne zusätzliche Schicht helfen. Der frische Lack löst leichte Fischaugen im Lack manchmal wieder auf. Ist Silikon im Spiel, hilft das nicht: Der Fehler kommt bei jeder weiteren Schicht zurück. Hier muss gestoppt und neu begonnen werden.

Lack trocken und aushärten lassen (mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur): Nach der Trockenzeit die betroffene Stelle mit 400er Nass-Schleifpapier nass schleifen, vollständig abwischen, erneut mit Isopropanol entfetten und nach einer weiteren Trocken- und Ablüftzeit von mindestens 30 Minuten neu lackieren. Den Untergrund vor dem Neuauftrag nochmals prüfen auf Silikon und Fett. Krater und Fischaugen im Lack verschwinden nicht durch zusätzliches Überlackieren.

Wer verstehen möchte, warum Chrom-Effektlack auf bestimmten Untergründen besonders empfindlich reagiert, findet dazu mehr unter so gelingt die Chromlackierung Schritt für Schritt.

Besonderheiten bei kleinen Teilen und Modellbau

Kleine Bauteile wie Modellbaufiguren, Kleinserienteile oder Schmuckstücke stellen besondere Anforderungen, die im normalen Ratgeber für Autoteile oder große Flächen nicht auftauchen.

Der übliche Sprühabstand von 20 bis 30 cm ist für Objekte mit wenigen Zentimetern Größe zu groß, der Lack trifft die Fläche bereits teilgetrocknet und haftet schlecht. Bei Modellbauteilen mit Chrom-Effektlack hat sich ein Abstand von 12 bis 15 cm bewährt, kombiniert mit sehr kurzen Sprühstößen und mehreren dünnen Durchgängen. Der Raum sollte temperiert und gut belüftet sein, da Lösemitteldämpfe in kleinen Räumen schnell sättigen und die Trocknungszeit verlängern. Feuchtigkeitskontrolle ist ebenfalls wichtig: Wer die optimale Luftfeuchtigkeit beim Lackieren einhält und unter 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit bleibt, arbeitet deutlich besser als in einer feuchten Garage.

Für Modelle mit gemischten Materialien, zum Beispiel Kunststoff neben Metall, sollte man beachten, dass unterschiedliche Oberflächen die Wärme unterschiedlich leiten. Ein Metalleinsatz kann kalt bleiben, während der Kunststoff sich bereits angepasst hat. Das begünstigt lokale Kondensation genau an den Übergängen.

Primer und bestehende Schichten: Was beim Motorrad oder Auto zu beachten ist

Wer Chrom-Effektlack auf bestehende Werksfinishes oder polierte Oberflächen aufbringen möchte, steht vor einer besonderen Herausforderung. Fabrikneue Oberflächen enthalten oft Trennmittel, Wachse oder Politurrückstände tief in der Pore. Reines Abwischen reicht nicht.

Für poröse oder stark vorbehandelte Untergründe empfiehlt sich eine spezielle Grundierungsschicht, die auf Chrom-Effektlack abgestimmt ist. Nicht jeder Universal-Primer ist kompatibel: Manche Primer enthalten Lösemittel, die den Chrom-Effektlack anlösen oder dessen Pigmente stören. Herstellerangaben zur Primer-Kompatibilität unbedingt beachten, idealerweise aus demselben Produktsystem verwenden.

Bei porösen Oberflächen wie Guss oder rauem Stahl kann eine Füllerschicht vor dem Primer sinnvoll sein. Füller füllen offene Poren und geben dem Chromlack eine ebene Ausgangsfläche. Ohne das zeigen sich bei spiegelndem Chromlack alle Poren als Punkte. Für den dauerhaften Schutz der fertigen Schicht bietet sich eine professionelle Lackversiegelung an. Mehr zur Werkzeug- und Dosenauswahl findest du unter Chromlack-Spraydosen im Überblick.

Häufige Fragen

Diese Fragen tauchen beim Thema Krater und Fischaugen im Lack beim Chromlackieren besonders oft auf.

Welches Isopropanol eignet sich am besten zum Entfetten vor dem Chromlackieren?

Für Chromlack empfiehlt sich mindestens 99-prozentiger Isopropanol, weil er nahezu rückstandsfrei verdampft. Günstigere 70-prozentige Varianten enthalten mehr Wasser und trocknen langsamer, was bei empfindlichen Untergründen Kondensation begünstigen kann. 99-prozentiger Isopropanol ist in Apotheken, Elektronikmärkten und gut sortierten Baumarkt-Fachabteilungen erhältlich. Alternativ funktioniert ein silikonfreier Spezialentfetter aus dem Lackfachhandel.

Kann ich Fischaugen im Lack einfach überlackieren?

Das kommt auf die Ursache an. Sind Fischaugen im Lack durch leichtes Öl entstanden und der Lack ist noch nass, kann eine sofort aufgebrachte dünne Schicht die Stelle schließen. Ist Silikon die Ursache, kommt der Fehler bei jeder weiteren Schicht zurück. In diesem Fall muss der Lack vollständig abgeschliffen, die Fläche sorgfältig entfettet und neu lackiert werden. Ein sogenannter Fish-Eye-Eliminator-Zusatz kann helfen, wenn Silikonrückstände sich nicht vollständig entfernen lassen.

Wie lange muss Chromlack trocknen, bevor ich ihn abschleifen kann?

Mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur (ca. 20 Grad) sollten vergehen, bevor du Chrom-Effektlack mit Nass-Schleifpapier bearbeitest. Wer zu früh schleift, zerstört die noch weiche Schicht und erzeugt neue Fehler. Bei kühleren Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit kann die Trockenzeit auf 36 bis 48 Stunden ansteigen. Danach mit 400er Nass-Schleifpapier schonend schleifen, abwischen und erneut entfetten.

Welchen Sprühabstand soll ich bei kleinen Modellbauteilen verwenden?

Die auf Spraydosen angegebenen 20 bis 30 cm gelten für mittelgroße bis große Flächen. Bei kleinen Modellen oder Figuren mit wenigen Zentimetern Größe hat sich ein Abstand von 12 bis 15 cm bewährt. Dabei kurze, kontrollierte Sprühstöße verwenden und mehrere dünne Schichten aufbauen, statt einmal dick aufzutragen. Zu geringer Abstand führt zu Läufen, zu großer Abstand zu trockenen Partikeln und schlechter Haftung.

Krater und Fischaugen im Lack sind ärgerlich, aber mit sauberem Untergrund, der richtigen Temperatur und etwas Geduld bei der Vorbereitung lassen sie sich zuverlässig vermeiden. Wer die häufigsten Einsteigerfehler kennt, spart sich aufwendige Reparaturen von Anfang an.