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Krater und Fischaugen im Chromlack vermeiden: Ursachen und ReparaturDu sprühst Chrom-Effektlack auf ein Bauteil, wartest kurz und siehst dann kleine kreisrunde Vertiefungen in der Oberfläche. Dieses Fehlerbild kennen die meisten, die ernsthaft mit Chromlack in der Spraydose arbeiten. Fischaugen im Lack und Krater sind die häufigsten Störungen beim Chromlackieren und nahezu immer auf Verunreinigungen oder falsche Arbeitsbedingungen zurückzuführen, nie auf das Produkt allein.
Was sind Fischaugen im Lack und Krater genau?Beide Begriffe beschreiben verwandte Fehlerbilder, die unterschiedliche Ursachen haben und sich deshalb auch unterschiedlich beheben lassen. Fischaugen im Lack entstehen, wenn der frische Chromlack auf eine Stelle trifft, deren Oberflächenspannung niedriger ist als die des Lacks selbst. Der Lack weicht ringförmig aus, in der Mitte bleibt ein kleiner Punkt sichtbar, außen bildet sich ein erhabener Ring. Das Ergebnis sieht tatsächlich aus wie ein Auge. Fischaugen im Lack sind typischerweise kleiner und zeigen sich oft flächig verteilt, wenn Silikon oder Öl großflächig vorhanden ist. Krater sind tiefer. Sie entstehen, wenn sich Lösemitteldämpfe oder Feuchtigkeit unter der Lackschicht sammeln und beim Trocknen aufsteigen. Die Lackhaut reißt dabei auf und hinterlässt eine trichterförmige Vertiefung. Im schlimmsten Fall liegt der Untergrund frei. Bei Chrom-Effektlack fällt beides besonders stark auf, weil die spiegelnde Schicht jede Unebenheit sofort sichtbar macht. Die häufigsten Ursachen im ÜberblickBevor du ein Problem lösen kannst, musst du dessen Ursache kennen. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Auslöser und was du jeweils dagegen tust.
Typische Einsteigerfehler beim ChromlackWer zum ersten Mal mit Chrom-Effektlack aus der Dose arbeitet, macht meist dieselben Fehler. Hier die häufigsten, damit du sie erkennst, bevor sie auftreten.
Schritt für Schritt: Fläche richtig vorbereitenDie Vorbereitung ist bei Chromlack wichtiger als bei fast jedem anderen Lack, weil der Glanzgrad jeden Fehler sofort vergrößert sichtbar macht. Diese Reihenfolge hat sich bewährt.
Reparatur: Was tun, wenn Krater oder Fischaugen im Lack bereits entstanden sind?Fehler passieren, auch bei sorgfältiger Vorbereitung. Je früher du reagierst, desto weniger Aufwand kostet die Reparatur. Lack noch nass (innerhalb der ersten 5 bis 10 Minuten): Wenn die Ursache kein Silikon ist, kann eine sofort aufgebrachte, dünne zusätzliche Schicht helfen. Der frische Lack löst leichte Fischaugen im Lack manchmal wieder auf. Ist Silikon im Spiel, hilft das nicht: Der Fehler kommt bei jeder weiteren Schicht zurück. Hier muss gestoppt und neu begonnen werden. Lack trocken und aushärten lassen (mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur): Nach der Trockenzeit die betroffene Stelle mit 400er Nass-Schleifpapier nass schleifen, vollständig abwischen, erneut mit Isopropanol entfetten und nach einer weiteren Trocken- und Ablüftzeit von mindestens 30 Minuten neu lackieren. Den Untergrund vor dem Neuauftrag nochmals prüfen auf Silikon und Fett. Krater und Fischaugen im Lack verschwinden nicht durch zusätzliches Überlackieren. Wer verstehen möchte, warum Chrom-Effektlack auf bestimmten Untergründen besonders empfindlich reagiert, findet dazu mehr unter so gelingt die Chromlackierung Schritt für Schritt. Besonderheiten bei kleinen Teilen und ModellbauKleine Bauteile wie Modellbaufiguren, Kleinserienteile oder Schmuckstücke stellen besondere Anforderungen, die im normalen Ratgeber für Autoteile oder große Flächen nicht auftauchen. Der übliche Sprühabstand von 20 bis 30 cm ist für Objekte mit wenigen Zentimetern Größe zu groß, der Lack trifft die Fläche bereits teilgetrocknet und haftet schlecht. Bei Modellbauteilen mit Chrom-Effektlack hat sich ein Abstand von 12 bis 15 cm bewährt, kombiniert mit sehr kurzen Sprühstößen und mehreren dünnen Durchgängen. Der Raum sollte temperiert und gut belüftet sein, da Lösemitteldämpfe in kleinen Räumen schnell sättigen und die Trocknungszeit verlängern. Feuchtigkeitskontrolle ist ebenfalls wichtig: Wer die optimale Luftfeuchtigkeit beim Lackieren einhält und unter 50 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit bleibt, arbeitet deutlich besser als in einer feuchten Garage. Für Modelle mit gemischten Materialien, zum Beispiel Kunststoff neben Metall, sollte man beachten, dass unterschiedliche Oberflächen die Wärme unterschiedlich leiten. Ein Metalleinsatz kann kalt bleiben, während der Kunststoff sich bereits angepasst hat. Das begünstigt lokale Kondensation genau an den Übergängen. Primer und bestehende Schichten: Was beim Motorrad oder Auto zu beachten istWer Chrom-Effektlack auf bestehende Werksfinishes oder polierte Oberflächen aufbringen möchte, steht vor einer besonderen Herausforderung. Fabrikneue Oberflächen enthalten oft Trennmittel, Wachse oder Politurrückstände tief in der Pore. Reines Abwischen reicht nicht. Für poröse oder stark vorbehandelte Untergründe empfiehlt sich eine spezielle Grundierungsschicht, die auf Chrom-Effektlack abgestimmt ist. Nicht jeder Universal-Primer ist kompatibel: Manche Primer enthalten Lösemittel, die den Chrom-Effektlack anlösen oder dessen Pigmente stören. Herstellerangaben zur Primer-Kompatibilität unbedingt beachten, idealerweise aus demselben Produktsystem verwenden. Bei porösen Oberflächen wie Guss oder rauem Stahl kann eine Füllerschicht vor dem Primer sinnvoll sein. Füller füllen offene Poren und geben dem Chromlack eine ebene Ausgangsfläche. Ohne das zeigen sich bei spiegelndem Chromlack alle Poren als Punkte. Für den dauerhaften Schutz der fertigen Schicht bietet sich eine professionelle Lackversiegelung an. Mehr zur Werkzeug- und Dosenauswahl findest du unter Chromlack-Spraydosen im Überblick. Häufige FragenDiese Fragen tauchen beim Thema Krater und Fischaugen im Lack beim Chromlackieren besonders oft auf. Welches Isopropanol eignet sich am besten zum Entfetten vor dem Chromlackieren?Für Chromlack empfiehlt sich mindestens 99-prozentiger Isopropanol, weil er nahezu rückstandsfrei verdampft. Günstigere 70-prozentige Varianten enthalten mehr Wasser und trocknen langsamer, was bei empfindlichen Untergründen Kondensation begünstigen kann. 99-prozentiger Isopropanol ist in Apotheken, Elektronikmärkten und gut sortierten Baumarkt-Fachabteilungen erhältlich. Alternativ funktioniert ein silikonfreier Spezialentfetter aus dem Lackfachhandel. Kann ich Fischaugen im Lack einfach überlackieren?Das kommt auf die Ursache an. Sind Fischaugen im Lack durch leichtes Öl entstanden und der Lack ist noch nass, kann eine sofort aufgebrachte dünne Schicht die Stelle schließen. Ist Silikon die Ursache, kommt der Fehler bei jeder weiteren Schicht zurück. In diesem Fall muss der Lack vollständig abgeschliffen, die Fläche sorgfältig entfettet und neu lackiert werden. Ein sogenannter Fish-Eye-Eliminator-Zusatz kann helfen, wenn Silikonrückstände sich nicht vollständig entfernen lassen. Wie lange muss Chromlack trocknen, bevor ich ihn abschleifen kann?Mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur (ca. 20 Grad) sollten vergehen, bevor du Chrom-Effektlack mit Nass-Schleifpapier bearbeitest. Wer zu früh schleift, zerstört die noch weiche Schicht und erzeugt neue Fehler. Bei kühleren Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit kann die Trockenzeit auf 36 bis 48 Stunden ansteigen. Danach mit 400er Nass-Schleifpapier schonend schleifen, abwischen und erneut entfetten. Welchen Sprühabstand soll ich bei kleinen Modellbauteilen verwenden?Die auf Spraydosen angegebenen 20 bis 30 cm gelten für mittelgroße bis große Flächen. Bei kleinen Modellen oder Figuren mit wenigen Zentimetern Größe hat sich ein Abstand von 12 bis 15 cm bewährt. Dabei kurze, kontrollierte Sprühstöße verwenden und mehrere dünne Schichten aufbauen, statt einmal dick aufzutragen. Zu geringer Abstand führt zu Läufen, zu großer Abstand zu trockenen Partikeln und schlechter Haftung. Krater und Fischaugen im Lack sind ärgerlich, aber mit sauberem Untergrund, der richtigen Temperatur und etwas Geduld bei der Vorbereitung lassen sie sich zuverlässig vermeiden. Wer die häufigsten Einsteigerfehler kennt, spart sich aufwendige Reparaturen von Anfang an. |
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